Eine schwierige Kindheit hinterlässt oft tiefe Spuren im Selbstwertgefühl. Doch nicht alle Menschen bleiben Opfer ihrer Vergangenheit. Warum manche daran wachsen und wie innere Stärke entstehen kann, darum geht es in diesem Artikel.“
Wie bist du in dieses Leben getreten? Fiel dein Same auf nahrhaften Boden?
Oder musstest du deine Wurzeln auf steinigem Grund in den Boden bohren um zu überleben?
War deine Kindheit gut oder schwierig? Oder beides?
Schwierige Kindheit als Chance
Eine schwierige Kindheit hinterlässt oft tiefe Spuren im Selbstwertgefühl. Doch nicht alle Menschen bleiben Opfer ihrer Vergangenheit. Warum manche daran wachsen und wie innere Stärke entstehen kann, darum geht es in diesem Artikel.
Mit Tipps zur Stärkung des Selbstwerts.
Schwierige Kindheit und Selbstwert
Zahlreiche Frauen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten habe ich über all die Jahre begleitet. Meist Frauen, die es schwer hatten, die wenig Förderung erhielten und von klein an kämpfen mussten.
Nicht nur einmal hörte ich: „Ich hab halt immer Pech. Bei mir ist das immer so. Ich hatte halt eine schwierige Kindheit.“
Auf der anderen Seite gibt es so viele Frauen, deren Kraft und Mut ich bewundere. Von denen ich erst nach und nach von den Steinen im Weg erfuhr, über die sie klettern mussten.
Was ist der Unterschied, fragte ich mich schon so oft. Warum wachsen mache Menschen an schwierigen Situationen und andere resignieren und tragen „die schwierige Kindheit“ wie eine Fahne vor sich her?
Aus Krisen lernen
Wachstum passiert an der Grenze
Dieser Satz stammt von Professor Dr. Anton Leitner. Er war mein Dozent an der Donau-Uni während meiner Ausbildung.
Unbehagen ist der Preis der Freiheit. Größer zu werden fühlt sich manchmal ganz schön scary an. Wir verlassen die Komfortzone.
Von vielen prominenten Persönlichkeiten wissen wir, dass es diese in ihrer Kindheit nicht leicht hatten. Sie hatten von klein auf gelernt, für sich zu sorgen, sich einzusetzen.
Oprah Winfrey zum Beispiel hatte in ihrer Kindheit Armut und Missbrauch erlebt. Christina Aguilera musste als Kind mitansehen, wie ihr Vater ihre Mutter misshandelte. Demi Moor wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, die alleinerziehende Mutter musste mit ihr mehrmals umziehen. Anthony Quinn wuchs in den Slums von Los Angeles auf und Charly Chaplin bei seiner alleinerziehenden, psychisch kranken Mutter unter ärmlichen Verhältnissen.
Das sind nur einige Beispiele. Von vielen meiner Klientinnen könnte ich ähnliches erzählen. Sie alle hatten gelernt, aus Steinen im Wege ein Schloss zu bauen.
Für sie ist das innere Kind kein dämonischer Schatten, sondern eine kraftvolle Ressource.
Jedesmal wenn ich am Berg unterwegs bin, fallen mir Bäume auf, die unter unwirtlichen Bedingungen wachsen, irgendwo mitten im Fels, wo du dich fragst: Wie geht das? Wie kommt dieser Baum zu Wasser? Aber es geht. Die Natur fragt nicht.
Opferrolle statt Selbstermächtigung
Szenenwechsel. Im Jahr 2006 war ich auf einer Begegnungs- und Bildungsreise in Burkina Faso.
Burkina Faso liegt in der Sahelzone und ist eines der ärmsten Länder dieser Erde. Die gesamte afrikanische Kontinent war über Jahrhunderte von Kolonialmächten beherrscht. Ich erlebte die Bevölkerung sehr unterwürfig und mit wenig Selbstwert. Mir war es sehr unangenehm, wie sie vor uns Weißen förmlich buckelten. Ihr müsst uns helfen, stand auf der Stirn jeder und jedes Einzelnen.
Jahrhunderte der Unterdrückung zeigen ihre Spuren.
Selbstermächtigung will gelernt sein.
Jammern bringt dich nicht weiter
In der Beratungsstelle hörte ich zwei Stunden lang einer Frau zu. Sie klagte über ihr Leben, sie hatte ihren Job verloren, hatte gesundheitliche Einschränkungen und ärgerte sich, dass sie nicht mehr Sozialleistungen bekommt. Sie war Mitte Vierzig.
Normalerweise bin ich eine einfühlsame Person und habe viel Verständnis. Bei dieser Frau wurde ich grantig. Ich hatte ihr zwei Stunden zugehört, jede Intervention meinerseits eröffnete ein neues Kummergebiet. Schließlich fragte ich sie in etwas scharfem Ton, wie lange sie noch jammern will. Ziemlich betreten verließ sie die Stunde.
Eine Woche später kam sie wieder. „Sie haben recht. Das Jammern ist das einzige, das mir geblieben ist. Bitte helfen sie mir, etwas anderes zu finden.“
Lies dazu auch meinen Artikel: Warum Selbstliebe manchmal so schwer ist.
Die schwierige Kindheit als Chance
Der Baum, dessen Same auf den Felsen fällt, hat keine Wahl. Entweder er strengt sich an und läßt seine Wurzeln wachsen, über und um die Steine herum, lang genug, um an Wasser zu kommen, dick genug, um Halt zu finden. Oder er stirbt.
Ein Kleinkind, das Laufen lernt, probiert es immer wieder. Fällt hundertmal auf den Popo und steht immer wieder auf. Wir alle haben so Laufen gelernt.
Ein Kind, dem jeden Morgen das Jausenbrot in die Schultasche gesteckt wird, fühlt sich verlassen, wenn es die Mutter einmal vergisst. Das Kind, das für seine Jause selbst verantwortlich ist, wird auch hungern, wenn es einmal vergisst. Aber es wird es sich für die merken und lernen, sich zu organisieren.
Selbstvertrauen kann gelernt werden
Nochmal Szenenwechsel. Andere Beratungsstelle, Ende der 1990er in einem Kurs für Frauen auf Arbeitssuche. Zwei Frauen, in etwa gleich alt, auch von Aussehen ähnlich. Die eine hatte in der Firma ihres Gatten die gesamte Administration gemacht, hat sich nach und nach Computerkenntnisse selbst beigebracht. Learning by Doing.
Die andere hatte in der Vergangenheit als Grünraumpflegerin bei der Gemeinde gearbeitet und war noch nie in einem Büro tätig gewesen.
Beide wollten sich für eine Stelle im Office bewerben.
Die eine sagte: „Aber ich hab nie einen Computerkurs besucht, ich weiß nicht ob ich das kann.“
Zu der anderen sagte ich: „Sie haben doch keine EDV-Kenntnisse, glauben Sie wirklich, dass Sie bei diesem Job eine Chance haben.“ „Aber das kann ich doch lernen„, entgegnete sie mir.
Preisfrage: Was glaubst du, wer diesen Job bekommen hat? Genau. Nicht die mit der Erfahrung, sondern die, die an sich geglaubt hat.
Die andere Frau, hatte ihren inneren Kritiker zu viel Glauben geschenkt.
Dir selbst zujubeln – innere Stärke entwickeln
Der Glaube kann Berge versetzen. Obige Geschichte lehrt uns, dass dieses Bibelzitat durchaus Berechtigung hat.
Wie gelingt es, an sich zu glauben? Ein schwaches Selbstwertgefühl kommt ja nicht von ungefähr – so wie wir es in Burkina Faso gesehen haben.
Nimm deine Bahre und geh! Mach etwas anderes. Probier aus. Hinfallen, Krone richten, weiter gehen.
Beginne damit, dir auf die Schulter zu klopfen. Auch für das scheinbar Alltägliche. Gut gemacht!
Lobe dich für deine Erfolge. Sei stolz auf dich, wenn du einmal nicht den Mund gehalten hast und vielleicht zum ersten mal widersprochen hast.
Schreib es auf! Leg dir ein Erfolgs- und Freude-Tagebuch zu. Alles was niedergeschrieben ist, bekommt mehr Gewicht, mehr Kraft.
Hol dir Verbündete. Erzähl deinen Freundinnen von deinem Mut, deinen Fortschritten. Stoßt an und jubelt einander zu.
Ein paar Hilfe-Tipps, zum Thema Selbstwert findest du in meinem Artikel: Wenn dein Selbstwert am Boden liegt.
Hol dir Hilfe, wenn du feststeckst. Manche Steine sind zu hoch, da brauchen wir jemanden, der uns die Hand reicht. Melde dich, wenn du Unterstützung brauchst.
Erzähl mir in den Kommentaren, welche Möglichkeiten du für dich gefunden hast, um deine Wurzeln durch den Fels zu bohren. Ich freu mich, deine Geschichte zu lesen.
Die Natur als Lehrmeisterin
Kommst du mit in den Wald? Willst auch du von der Kraft der Bäume lernen?
Hast du Lust auf WALD-POESIE?

Spring ins Leben, Herz voraus ❣️
Ich begleite Menschen einzeln und in Gruppen; wenn das Leben eng wird, mit psychologischer Beratung, Systemaufstellungen und Arbeit mit dem Inneren Kind. Mein Ansatz: Selbstliebe zuerst. Innere Ordnung schafft ehrliche Beziehungen. Geborgenheit im Inneren ermöglicht Souveränität im Außen.
Ich schöpfe aus meinem über 20-jährigen Erfahrungsschatz und arbeite in Linz und online. Mehr über mich erfährst du hier!





3 Kommentare
Wunderbar, wie du deine Informationen gestaltest!
Meine Hochachtung!
…..und wie du all jene liebevoll mitnimmst, die an deinen Aktionen nicht teilnehmen können…..
Danke für dein Feedback, liebe Christine. Das freut und motiviert mich.
Alles Liebe Barbara