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Schreiben macht glücklich – kreative Methoden

Schreiben macht glücklich

Schreiben macht glücklich – hilfreiche Methoden, um ins Schreiben zu kommen

Viele von uns tragen schlimme Schulerfahrungen mit sich herum. Erfahrungen, die die Freude am Schreiben erstickten. „Das mit dem Schreiben, das liegt mir nicht so. In der Schule war das für mich immer ein Horror.“

Sätze wie diesen höre ich oft, wenn ich von Poesietherapie, Journaling, Schreibwerkstatt oder WALD-POESIE spreche.

Dieser Artikel beschäftigt sich damit, welche Voraussetzungen es braucht, damit schreiben glücklich machen kann.

Es gibt zahlreiche Schreibmethoden, mit deren Hilfe erste Schreibversuche gelingen. Sie helfen, Schreibblockaden zu überwinden und eine Schreibroutine aufzubauen. Die bewährtesten Methoden stelle ich vor, damit es gelingt, ins Schreiben zu kommen.

Schreibend können wir unserem Leben eine stimmige Geschichte geben. Wir sind frei, die Erzählung über Vergangenes umzuschreiben, genauso wie wir unsere Zukunft neu entwerfen können. Während wir das Drehbuch des Lebens neu schreiben, entstehen Glücksgefühle, die wiederum einen positiven Einfluss auf unseren Alltag nehmen. Auf diese Weise macht Schreiben glücklich.

Schreiben macht glücklich – hilfreiche Methoden, um ins Schreiben zu kommen

Dieser Artikel zeigt, warum Schreiben glücklich macht, und wie du ganz leicht ins Schreiben findest.
Du erfährst, weshalb Perfektion keine Rolle spielt, wie du deinen inneren Kritiker überlistest und mit einfachen Methoden Schreibblockaden überwindest.
Von Wortketten über Clustering bis hin zu Gedichtformen bekommst du konkrete, sofort umsetzbare Impulse, die dir helfen, deine Gedanken zu ordnen, Gefühle auszudrücken und deiner inneren Stimme Raum zu geben.

Warum lohnt es sich, ihn zu lesen?
Weil Schreiben mehr als Technik ist, es ist ein Weg zu Klarheit, Selbstentfaltung und innerer Freude. Mit der richtigen Methode gelingt der Einstieg ganz leicht.


Aller Anfang ist …

Pfeif auf die Rechtschreibung

Meine Rechtschreibschwäche hat mir in meiner Schulzeit viele Tränen gekostet. Es wollte und wollte mir nicht gelingen, fehlerfrei von der Tafel abzuschreiben. Meine Mutter zeigte dafür wenig Verständnis. Unzählige male ließ sie mich einen von Fehlern strotzenden Aufsatz neu schreiben. Und die Fehler tauchten dann an anderer Stelle auf.

Der Rotstift der Lehrerin hat meiner Freude am Geschichtenschreiben schmerzhaft zugesetzt.

Heute ist Schreiben für mich viel mehr, als korrekte Wörter in schöne Sätze zu verpacken.

Das poesietherapeutische Schreiben ist ein machtvolles Werkzeug der Selbstentfaltung. Das, was mir in der Schule schlechte Noten eingebracht hat, ist heute bedeutungslos.

Wenn ich blogge, oder Newsletter schreibe, brauche ich Hilfe bei der Korrektur. Ich sehe es schlichtweg nicht, ob da ein Buchstabe zu wenig oder zu viel ist oder zwei Buchstaben vertauscht sind. Zum Glück gibt es heute Korrekturprogramme und die KI hilft mir bei der Fehlersuche.

Mit dem Rest habe ich zu leben gelernt.

Ich lasse mir von Richtig oder Falsch meine Freude am Schreiben nie mehr verderben.

„Jenseits von richtig und falsch, dort gibt es einen Ort, dort will ich dir begegnen.“

(Rumi)

Schreiben bringt die Seele zum Lächeln

Schreiben macht glücklich, darüber gibt es unzählige wissenschaftliche Studien. In meinem Beitrag, Schreiben zur Persönlichkeitsentwicklung, habe ich über neurobiologische Prozesse und wissenschaftliche Forschungen gebloggt.

Es macht einen Unterschied, ob wir mit der Hand schreiben, oder auf der Tastatur, auch darüber habe ich bereits geschrieben. Wenn wir mit der Hand schreiben, werden mehrere neuronale Prozesse gleichzeitig in Gang gesetzt. Gedanken können besser geordnet werden und Emotionen werden fühlbar. Neue, oftmals überraschende, Einsichten tauchen auf.

Schreiben bringt die Seele zum Lächeln.

Schreiben hilft dir, deinen emotionalen Rucksack auszuräumen.

Schreiben schenkt Ungesagtem Gehör.

Schreiben bringt Unsagbares in Worte.

Schreiben, das von der Seele kommt, kennt kein Richtig und kein Falsch.

Es ist da. Und es darf aufs Papier. Das ist alles.

Den Inneren Zensor ausschalten

Wir kennen sie alle, diese Stimme in uns, die uns weiß machen will, dass das Unsinn ist. Dass das zu wenig perfekt ist, dass das zu banal ist, dass …

Sag dieser Stimme, sie soll nur kurz mal draußen Platz nehmen, vor deiner Tür, wo du sie nicht hören kannst, damit du ungehindert schreiben kannst. Später darf sie vielleicht wieder mitreden.

Wenn wir in der Gruppe schreiben, lade ich immer zum „kreativen Ungehorsam“ ein. Diese Wortkreation von der Schriftstellerin Renate Welsh liebe ich. Was bedeutet ungehorsam sein? In der Schule hieß es „Themenverfehlung“. Wie gut, dass wir uns davon befreit haben.

Schreibimpulse sind eine Anregung. Manchmal trägt es uns ganz woanders hin, weil aus dem Inneren etwas ganz anderes gehört werden will. Es ist wunderbar, wenn es sich zeigt und aufs Papier fließt. Themenvorgabe hin oder her.

In den Schreibgruppen meint immer wieder jemand: „So ein Schmarrn, das interessiert ja niemanden.“ Beim Vorlesen bemerkt die Person: „Ah, das ist aber spannend! Das hab ich geschrieben?“

Aus dem Inneren – unperfekt

Silke Heimes hat viel zum therapeutischen Schreiben geforscht. Von ihr stammt diese weise Aussage:

Wenn ein Maler oder eine Malerin vor der weißen Leinwand steht, und der erste Strich müsste perfekt sein, dann wird es diesen ersten Strich NIE geben.

(Silke Heimes)

Genauso ist es beim Schreiben. Wer den Anspruch verfolgt, der erste Satz müsste bereits perfekt sein, wird nie ins Schreiben kommen.

Methoden und Techniken, um in den Schreibfluss zu kommen

Schreibformate können über die erste Hürde hinweg helfen und die „Angst vor dem weißen Blatt“ nehmen. Durch enge Strukturen werden Texte verdichtet und die Essenz kommt in wenigen Wörtern zum Ausdruck.

Bei manchen Methoden oder Techniken ist die Urheberschaft bekannt, dann führe ich die Quelle an. Wenn keine Quelle angegeben ist, ist die Urheberschaft nicht eindeutig. Es handelt sich um gängige Techniken des kreativen Schreibens. Vieles davon habe ich in der Poesietherapie-Ausbildung kennen gelernt.

Methoden und Techniken sind wie ein Geländer, an dem wir unsere Gedanken auffädeln können. Fühl dich frei, die nachfolgend beschriebenen ganz nach deinen Bedürfnissen abzuwandeln.

Im Artikel Die schönsten Schreibrituale findest du weitere Methoden, die helfen, eine Schreibroutine aufzubauen. In meinem wöchentlichen Newsletter findest du ebenfalls Schreibimpulse.

Wortfiguren

Quelle: Gabriele Rico

Bei den „Wortfiguren“ nach Gabriele Rico, kritzelst du ohne nach zu denken. Das logisch denkende Gehirn darf Pause machen. Das intuitive Kritzeln von Linien und Schleifen am Papier öffnet verschlossene Türen zur Innenwelt. Wortfiguren sind laut Gabriele Rico „das verbindende Glied zwischen Verdrängung und Annahme.“

Während du auf dem Papier herumkritzelst, taucht vielleicht ein Wort auf. Schreibe es in deine Wortfigur. Kritzle weiter, bis ein Satz auftaucht, und komme so ins Schreiben.

„Der erste Satz wird ganz von alleine kommen, denn es stimmt wirklich, dass in jedem Augenblick in unserem Bewusstsein ein unbekannter Satz existiert, der nur darauf wartet, ausgesprochen zu werden“

André Breton 1924

Wortketten & Wortspirale

Der analytische Verstand ist oft ein Hemmschuh, wenn wir schreiben wollen. Um dem kreativen Gehirn auf die Sprünge zu helfen, kannst du Wortketten bilden. Such dir ein zusammenhängendes Hauptwort. Das zweite Wort beginnt mit dem zweiten Teil des ersten, und so fort.

Beispiele:

Liebeskummer – Kummerkasten – Kastentür – Türschloss – Schlossgespenst – usw.

Du kannst auch frei assoziieren:

Sonne – Sommer – Badeanzug – Figur – Kleidung – Geschäft – Verkäuferin – usw.

Oder wenn du deine Gehirnwindungen mehr fordern willst, finde jeweils ein Wort, das mit dem letzten Buchstaben des vorangegangenen beginnt.

Verkäuferin – Nahrung – Gasthaus – Sonnenschirm – Margerite – Eis – usw.

Bei der Wortspirale beginnst du außen am Blattrand und schreibst die Wortkette spiralförmig nach innen. Das Wort in der Mitte kann Ausgangspunkt für eine Geschichte sein.

Clustering – Schreiben aus dem Unbewussten

Quelle: Gabriele Rico

Das Clustering umgeht das lineare, kontrollierende Denken und aktiviert assoziative Hirnareale. Dadurch werden innere Bilder, Emotionen und implizites Wissen zugänglich.

Anleitung:

  • Schreibe ein Wort oder Thema in die Mitte eines Blattes
  • Kreise es ein
  • Schreibe spontan alle Begriffe, Bilder, Gefühle dazu auf
  • Kreise auch diese Wörter ein und Verbinde sie mit Linien
  • zu jedem neuen Wort können wieder Assoziationen dazu geschrieben werden, ohne nachzudenken, ohne zu bewerten.

Die Methode

  • unterstützt die Kreativität
  • bringt Klarheit
  • öffnet den Zugang zu verborgenen Themen

Sie eignet sich besonders gut bei Entscheidungssituationen oder diffusen inneren Spannungen. Aber auch beim Explorieren von großen Themen leistet das Clustering wertvolle Hilfe.

Glaubenssätze umformulieren

Quelle: Barbara Kast

Diese Methode habe ich entwickelt.

Finde einen Glaubenssatz oder einen Spruch aus deiner Kindheit und spiele damit, indem du zuerst nur die Wörter vertauscht und durcheinander bringst und so neue Sätze bildest. Tausche das eine oder andere Wort aus, füge etwas hinzu oder lass eines weg. Lass deiner Kreativität freien Lauf.

Ein Beispiel:

„Wenn du nichts tust, bist du nichts wert.“

Wert bist du, wenn du nichts tust.
Du, du nichts tust, Wert wenn nichts.
Wenn Wert tut nichts ist du, du nichts.
Nichts tun ist wert fürs du.
Tust du wert, nichts tust du.
Bist du wertvoll, musst nichts tun.
Wertvoll bist du, nichts tun ist auch wert.
Bist nichts du wert, wenn du tust.


Finde den Satz, der dir am Besten gefällt.

Echozeilen, Resonanzgedicht

Eine gute Möglichkeit, sich an ein eigenes Gedicht zu wagen, sind Echozeilen.

Anleitung:

Wähle ein bekanntes Gedicht deiner Wahl.

Schreibe es Zeile für Zeile ab und schreibe nach jeder Zeile deine Resonanz, „dein Echo“ darunter.

Im zweiten Schritt schreib dein Gedicht ab, ohne die Zeilen des Ausgangsgedichtes.
Bei Bedarf kannst du es noch verändern, etwas streichen oder hinzufügen, bis du mit deinem Gedicht zufrieden bist.

Der Seriensprint

Das serielle Schreiben (Seriensprint oder Schreib-Sprint) lebt von der schnellen Aneinanderreihung von Sätzen mit immer gleichen Satzanfang. Die Methode kommt aus dem biographischen Schreiben und hilft, wahren Gedanken auf die Spur zu kommen und Bedürfnisse zu ergründen.

Schreib ganz schnell, ohne Zensur. Auch wenn Gedanken sich wiederholen, ist das in Ordnung.

Beliebte Satzanfänge können zum Beispiel sein:

  • „Eigentlich möchte ich …“
  • „Wenn ich ehrlich bin … „
  • „Ich werde nie mehr … „
  • „Ich träume von …“
  • „Ich erinnere mich …“
  • „Ich lasse los, …“

Ein Beispiel:

Ich werde nie mehr meine Haare färben.
Ich werde nie mehr aufessen, wenn ich schon satt bin.
Ich werde nie mehr dem Bus hinterherlaufen.
Ich werde nie mehr meine Verwandten besuchen, wenn ich es im Inneren nicht will.
Ich werde mir nie mehr den Mund verbieten lassen.
Ich werde nie mehr meine Gesundheit für die Arbeit opfern.

Wenn du dich mit Dingen befasst, die du nicht mehr möchtest, ist es gut, im Anschluss aufzuschreiben, was du statt dessen willst:

Ich will, dass meine Freizeit respektiert wird.
Ich will meine Verwandten besuchen, wenn ich Lust darauf habe.
Ich will sagen dürfen, was mich bewegt.
usw…

Durch das schnelle Schreiben, gibst du dem inneren Zensor keine Chance und du kommst in den Schreibfluss. Im Anschluss kannst du Wichtiges markieren und Querverbindungen herstellen. Sätze, die dich bewegen, können der Impuls für einen längeren Text sein.

Gedichtformen um ins Schreiben zu kommen

„Ein Gedicht ist ein Text, bei dem die Zeile nicht zu Ende geschrieben wird.“

(Brigitte Leeser)

Es gibt unzählige Gedichtformen, hier stelle ich exemplarisch einige vor, die dir helfen, ins Schreiben zu kommen:

Das Rondell

Anleitung:

  • Schreib drei Zeilen deines Gedichtes.
  • In der vierten Zeile wiederholst du Zeile eins.
  • Schreib je einen neuen Satz in Zeile fünf und sechs.
  • Zeile sieben wiederholt Zeile eins und
  • Zeile acht wiederholt Zeile zwei.

Also in Zeile eins, vier und sieben steht immer der gleiche Satz, sowie in Zeile zwei und acht der gleiche steht. Insgesamt hast du fünf verschiedene Sätze.

Durch die Wiederholzung erhält das Gedicht einen besonders starken Ausdruck.

Das Haiku

Ursprung: Japan

Das Haiku ist eine japanische Gedichtform und besteht aus drei Zeilen. Die erste Zeile hat fünf Silben, die zweite sieben und die dritte wieder fünf.

Durch die Verknappung auf wenige Worte fängt das Haiku eine Stimmung oder eine Beobachtung ein.

„Vielleicht ist ein Haiku nichts weiter als ein Gedanke, der sanft anklingelt und gleich wieder geht.“ (Dagmar Wienböker)

Ein Beispiel:

Nur so dahingeträumt
Ein Gedanke kommt und geht
Still das Herz erfreut

(c)btk

Das Elfchen

Das Elfchen ist ein Gedicht, das aus elf Wörtern besteht: Erste Zeile ein Wort, zweite zwei Wörter, dritte drei, vierte Zeile vier und fünfte Zeile wieder ein Wort.

Die Quelle ist nicht bekannt. Viele beschreiben die Struktur folgendermaßen.

  1. ein Begriff (Gedanke, Gefühl, Gegenstand …)
  2. Was macht dieses Wort aus Zeile eins
  3. eine nähere Beschreibung
  4. eine weitere Erklärung
  5. ein Resümee

Du musst dich natürlich nicht daran halten, folge deiner Kreativität!

Ein Beispiel:

Manchmal
ganz unverhofft
Herz wortlos schreit
niemanden kann es hören
stumm

(c) btk

Der Zevenaar

Zeven heißt auf niederländisch sieben, vermutlich stammt diese Gedichtform aus den Niederlanden. Die genaue Quelle ist nicht bekannt.

Der Zevenaar besteht aus sieben Zeilen:

  1. erste Zeile ein Ort (es kann auch ein innerer Ort sein)
  2. eine Handlung
  3. eine Frage, ein Vergleich, ein Gedanke
  4. ein weiteres Detail
  5. das Detail noch weiter beschrieben
  6. die erste Zeile wird wiederholt
  7. die zweite Zeile wird wiederholt

Ein Beispiel:

In meinem Kopf
ein Quakfrosch sitzt
Aus welchem Teich ist der enthüpft?
Ist grün und quakt ganz laut
viel unnütz Zeug er von sich gibt
In meinem Kopf
ein Quakfrosch sitzt

(c) btk

Wie immer, sind die strengen Formen, eine Einladung, deine Gedanken zu fokussieren. Fühl dich frei, „über den Zaun hinaus“ zu schreiben.

Schreiben jenseits von richtig und falsch

All diese Techniken sind Einladungen. Erlaube dir den „kreativen Ungehorsam“ (Renate Welsh). Lass deiner Kreativität freien Lauf. Wenn du neue Formen erfindest, freue ich mich, wenn du sie in den Kommentaren teilst!

Wenn du das Schreiben für dich entdeckst, pfeif auf Rechtschreibung und Grammatik. Wen kümmert’s? Es geht um dich.

Ich persönlich schreibe auf unliniertem Papier. Ich mag es nicht, mich von Zeilen oder Karos einengen zu lassen. Ich will mich ausbreiten und die Schriftgröße variieren können.

Außerdem empfehle ich dir einen Gelschreiber oder eine Füllfeder. Falls Kugelschreiber, achte darauf, dass er gut übers Papier gleitet. Nichts ist nerviger, als ein Stift, der deinen Schreibfluss bremst.

Schreiben und Teilen macht glücklich

Manche Texte sind zu wertvoll für die Schublade. Du kannst deinen Text gerne hier unten in den Kommentaren veröffentlichen. Ich freu mich, ihn zu lesen.

Wenn wir in der Gruppe schreiben, taucht vielleicht schnell die Sorge auf: „Und wenn ich das dann vorlesen muss?“

Solche Gedanken blockieren den Schreibfluss von vornherein. Der Zugang zur Seele bleibt verschlossen.

Deshalb gilt in meinen Gruppen: Denk nicht dran. Einfach drauf los schreiben und erst nach dem Schreiben entscheiden, ob du ihn teilen willst, oder nicht.
Es kann gut sein, dass ein Text sehr persönlich, intim wird. Das Vorlesen geschieht immer freiwillig und ich werde niemals jemanden dazu drängen.

Das Vorlesen ist ein Geschenk. Ein Geschenk an die Gruppe. Beim Zuhören entsteht Resonanz. Der Text schwingt in den anderen. Er inspiriert, zum Nachdenken und zu neuen Texten.

Das Schreiben in der Gruppe lebt von der „Co-Kreativität“ (H. Petzold).

Durch das laute Lesen wird der Text „beatmet“, diese Wortkreation stammt von Inge Böhm. Der Text erfährt im Lesen noch mehr Tiefe. Wenn du für dich alleine schreibst, empfehle ich dir, auch manchmal deinen Text laut zu lesen. Du wirst merken, wie er lebendig wird und eine Resonanz in dir klingt.

„Denn mein Gedicht, wenn man’s nicht übelnimmt, War immer zuerst nur für mich bestimmt.“

Frank Wedekind (1864 – 1918)

Lust auf mehr?

In meinem wöchentlichen Newsletter findest du neben Schreibimpulsen auch Inspirationen, um dein Leben freudvoll zu gestalten.

Erzähl mir, von deinen Schreiberfahrungen. Brennt auch in dir eine Sehnsucht des Selbstausdrucks? Schreib gerne in den Kommentaren, wie es dir mit dem Schreiben geht. Ich freu mich von dir zu lesen.

In meiner Arbeit fließt das Poesietherapeutische Schreiben nahezu überall ein, ob in der Herzensweg-Begleitung oder in den Workshops und Seminaren.

Auch Systemische Aufstellungen kombiniere ich mit poesietherapeutischen Elementen. Das Schreiben ermöglicht, Aufstellungserfahrungen zu vertiefen und die Erkenntnisse nachhaltig zu integrieren.

Ich bin jedes Mal berührt, welch kraftvolle Texte in kurzer Zeit entstehen.

Eine der schönsten Verbindungen ist für mich das Schreiben in der Natur. Wenn wir draußen unterwegs sind, sind wir uns selbst näher. Im Gehen und Schreiben ankommen bei dir, das bietet WALD-POESIE.


„Schreiben ist eine Art von Therapie; manchmal frage ich mich, wie jene Menschen, die nicht schreiben, komponieren oder malen, es fertigbringen, dem Wahnsinn, der Melancholie oder der panischen Angst zu entfliehen, die mit dem Menschsein verknüpft sind“

Graham Greene (1904-1991)

Zum Weiterlesen

  • Gabriele Rico, 1999. Von der Seele schreiben: Im Prozess des Schreibens den Zugang zu tiefverborgenen Gefühlen finden. Paderborn: Junfermann.
  • Silke Heimes, 2010. Schreib es dir von der Seele: Kreatives Schreiben leicht gemacht. 2010: Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Brigitte Leeser, 2011. Poetik der Walderfahrung – Quelle der Kraft, der Heilung und der Schönheit. FPI-Publikationen. online verfügbar.
  • Ilse Orth, 2015 Unsägliches sagbar machen. Heilkraft Sprache. FPI-Publikationen. online verfügbar.
  • Barbara Theresia Holzknecht, Schreiben macht glücklich – Persönlichkeitsentwicklung durch Schreiben. Masterthesis 2018, Universität für Weiterbildung Krems.
  • Hans-Josef Ortheil, Schreiben dicht am Leben. 2021. Duden
  • Gudrun Hermann, Schön sprechen. 2024. plusquamperfekt .at
  • Stefanie Brodmann, Frauen, die schreiben, blühen auf. 2023. thewritingflow.com
  • Andrea Peischer, Versuchen Sie’s mal mit Schreiben! 2023. Carl-Auer
  • Doris Dörrie, Leben Schreiben Atmen. Eine Einladung zum Schreiben. 2019. Diogenes

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