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Jahresrückblick 2025 – ein Punkt hinter einer Dekade

Barbara Kast vor einem Tor mit Bougenvillen

2025 habe ich ein weiteres Jahrzehnt vollendet, eine Dekade, die vieles verändert hat. Deshalb drängt sich beim Jahresrückblick 2025 auch der Blick auf die vergangenen zehn Jahre auf.

Eine indianische Legende sagt, der Adler müsse sich in der Mitte seines Lebens auf seinen Horst zurück ziehen und sich sein Federkleid ausreißen, nur dann könne er sehr alt werden.

Ich hatte 2014 mein Federkleid verloren. Lange blieb ich in meinem Horst, bis ein erster Flaum mich schützte und noch viel länger dauerte es, bis ich meine Schwingen wieder erheben konnte. In „Burnout ist nichts für Weicheier“ habe ich darüber geschrieben.

Die darauffolgenden zehn Jahre hatten wenig mit den ersten fünfzig gemein.

Ein neues Jahrzehnt – ein neues Selbstverständnis

In dem Jahr, in dem die englische Queen ihren neunzigsten Geburtstag feierte, wurde ich 50. Ich sagte, wenn die Queen vier Tage feiern kann, kann ich es auch: So gab ich ein Vier-Tages-Fest in der Brunnbachschule im Reichraminger Hintergebirge. Genauer gesagt, feierte ich Fünfzigkommafünf, denn ein Vier-Tages-Fest passt im Frühling besser. Unvergessen ist auch der Jazz-Brunch mit Say yes an keep swinging.

Viel später erst sollte ich bemerken, dass dieses 50,5-Fest den Beginn einer neuen Ära markierte. Das neue Federkleid brachte ein neues Selbstverständnis:

  • Früher war ich Bäuerin, heute bin ich psychosoziale Beraterin.
  • Nach der Scheidung war ich lange Single und Alleinerzieherin, heute bin ich glücklich verheiratet und stolze, vierfache Großmutter.
  • Auch früher war ich schon selbstständig, arbeitete vorwiegend mit Gruppen, heute arbeite ich großteils in der Einzelberatung.
  • Früher war ich ein absolutes Landei, heute lebe ich mit Freude in Linz. Linz ist eine kleine feine Stadt mit viel Kultur, sehr lebenswert.
  • Jahrelang bereute ich, dass ich nicht gleich nach der Matura studiert hatte. In der abgelaufenen Dekade machte ich, nach dem Master in Erwachsenenbildung, meinen zweiten Master in psychosozialer Beratung.

Von der Bäuerin zur Dozentin

Ein Meilenstein der letzten Dekade war, als mich mein früherer Lehrgangsleiter an der Donau-Universitiät Krems als Lehrbeauftragte anwarb. An der Universität für Weiterbildung Krems, wie sie nunmehr heißt, unterrichtete ich von 2020 bis 2023 im Lehrgang psychosoziale Beratung.

Jetzt fällt mir eine Szene aus dem Jahr 1992 ein: Als ich zum allerersten Mal zu einem mehrtätigen Seminar aufbrach, glich das einer Revolution. Meine damaligen Schwiegereltern protestierten – eine Bäuerin, die zu einem Seminar fährt, wo soll das hinführen.

Auch damals habe ich schon gerne geschrieben. Für die Zeitschrift „Bäuerliche Zukunft“ verfasste ich einen Artikel über „das Recht auf Bildung – auch für Bäuerinnen“. Aber all das war noch in meinem alten Federkleid. Das neue, das ich mir in den vergangenen zehn Jahren anzog, ist wesentlich farbenfroher.

2025 – Das Beste für mich

Arbeitsräume 2025

In unserem Haus, das wir 2024 renoviert und bezogen haben, ist das schönste Zimmer mein Arbeitszimmer. Es ist das Zimmer, für meine innere Kleine, das Zimmer zum kreative Sein und zum Arbeiten. Hier steht mein Klavier und meine neu erstandene Nähmaschine.


Nur meine Online-Klientinnen lade ich in dieses Zimmer ein.

Vor zehn Jahren war ich noch davon überzeugt, dass psychosoziale Beratung nur vor Ort, face-to-face stattfinden kann. Corona hat uns eines Besseren belehrt. Dank Zoom und Teams hat sich mein Wirkradius durch Online Beratungen in den gesamtem deutschsprachigen Raum ausgeweitet.

In Linz arbeite ich am Hauptplatz 23, wo ich für Einzelberatungen eingemietet bin. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Iris und dem gesamten Team von HP23 ein großes Dankeschön für die unkomplizierte Zusammenarbeit aussprechen. HP23 bietet eine Auswahl an Beratungs- und Seminarräumen, Co-Working-Plätze und Büros für Kleinunternehmen.

ag9-amgraben9 ist der dritte Ort, an dem ich arbeite. Auch Bettina Leopold danke ich sehr, nicht nur für die reibungslose Kooperation sondern vor allem auch dafür, dass sie die ag9 zu einem wahren Wohlfühlort gestaltet. Hier arbeite ich mit größeren Gruppen, allem voran mit Aufstellungs-Workshops.

Methodenvielfalt

Apropos Aufstellungen: Die Methode der Systemaufstellungen kombiniere ich mit Poesietherapie. Zwei Methoden, die auch die linke Gehirnhälfte aktivieren und in kurzer Zeit Erstaunliches hervorbringen. Wenn du interessiert bist, selbst aufstellen willst oder die Methode einmal kennenlernen magst, findest du hier die aktuellen Termine.

Die Poesie- und Bibliotherapie-Ausbildung ist auch ein Geschenk des neuen Federkleides. Als ich meinen zweiten Master in der Tasche hatte, sagte ich zu mir selbst: „Jetzt ist’s genug. Der Ordner mit den Zertifikaten und Zeugnissen ist übervoll.“ „Aber ich möchte das so gerne. Nicht, um noch besser zu werden, sondern weil es mein Herz berührt“, hielt eine andere Stimme dagegen, als sie von der Poesietherapie-Ausbildung las. Also gut. Die rationale Seite in mir gab nach. Damals konnte sie auch noch nicht wissen, dass Poesietherapie zu einem wesentlichen Bestandteil meiner Arbeit werden sollte, sowohl in der Einzelberatung als auch in Gruppen.

Das neue Format Wald-Poesie ist entstanden. Immer schon wollte ich meine Leidenschaft fürs Wandern und Bergsteigen anderen nahebringen. Die Natur gibt unendlich viel Schreib-Inspiration. Durchs Schreiben werden die Erlebnisse verdichtet. Die entstandenen Texte berühren mich jedes mal aufs Neue. Welch ein Geschenk, solch wunderbare Arbeit machen zu dürfen. Hach, das neue Federkleid ist großartig!

Mir meine Arbeit selbst zu kreieren zu dürfen, ist ein großes Geschenk der Selbstständigkeit. Doch wie immer, gibt es auch eine Schattenseite.

Herausforderungen

Ein Schatten aus 2024

Einen Schatten aus dem Jahr 2024 nahm ich ins 2025 mit. Anfang 2024 war ich sehr viel krank. Dazwischen hatte sich die Arbeit gestaut. Zudem übersiedelten wir zuerst in eine Übergangswohnung und dann ins Haus. Erinnerungen an Burnout klopften an.

Eine fliegende Mücke verordnete mir schließlich Ruhe. Durch einen schwarzen Fleck in meinem Auge, eine sogenannte Mouches volantes, verringerte sich die Sehleistung meines rechten Auges auf 20%. Das Arbeiten am Bildschirm wurde nahezu unmöglich. Nach spätestens 20 Minuten begann alles zu flimmern und mein Kopf zu brummen. Ich musste aufhören zu bloggen, verabschiedete mich von allen Sozial-Media-Kanälen und auch meinen Newsletter setzte ich aus.

Anfang 2025, nach unzähligen Untersuchungen, empfahl mir meine neu gefunden Augenärztin eine Behandlung mittels Leaserbeschuss. Der dicke schwarze Fleck direkt auf meinem Sehnerv sollte in viele kleine zerschossen werden.

Ich war zu feige. Ich hatte zu viel Angst, was passieren würde. Ich wartete ab. Vielleicht bewegt sich diese schwarze Fliege durch die Schwerkraft nach unten, damit sie mich weniger stört. Und mein Gehirn wird auch lernen damit zu leben.

Ich machte regelmäßig Augenübungen.

Im Dezember war ich wieder zur Kontrolle und: Hurra! Nicht nur der schwarze Schatten hat sich von meinem Sehnerv weg bewegt, sondern auch die Dioptrien haben sich verbessert! Da soll noch einer sagen, Augenübungen bringen nichts.

Baustelle mit Unfall

Das Frühjahr 2025 erwartete ich voller Ungeduld. Wir wollten im Garten einiges umgestalten, unter anderem, das Hochbeet übersiedeln. Es stand an einem sehr schattigen Platz. Also schaufelte ich drei Kubikmeter Erde heraus, und wir schoben es an einen sonnigen Platz. Zuvor bereiteten wir natürlich das Podest vor, auf dem es trocken stehen kann. Auch Gartendusche, Gartenhütte, Tomatenhaus, Rosenbogen und Bewässerungsanlage sollten errichtet werden. Kurz um, der Garten war durchzogen von Gräben und übersäht von Erdhaufen, als mein Mann einen schweren Unfall hatte.

Vielleicht war ich im früheren Leben ein Maulwurf, da ich so gerne in der Erde grabe. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, für Grabarbeiten einen Gärtner zu beauftragen. Viele meiner Gestaltungsideen entstehen ja erst während dem Werkeln. Das Ausmaß an Arbeit, das nun an mir alleine hängen blieb, war dann doch mehr, als mir lieb war.

Mutig war ich immer schon

Der Sommer war eine Zeit zum Genießen. Arbeit mit den Klientinnen macht mir Freude und über den Sommer hatte ich wenige Termine, sodass sich das Leben wie Dauerurlaub anfühlte.

Dann kam die Nachricht: Einer meiner Schwiegersöhne war auf der Heimreise an der französischen Grenze schwer erkrankt. Meine Tochter, die auf dem Weg zu einem wichtigen Seminar war, wollte dieses schon canceln. Kurz entschlossen setzte ich mich in den Nachtzug nach Straßburg um mit dem Van den Patienten nach Hause zu bringen. Zwei Tage später kamen wir rechtzeitig, eine Stunde vor meiner nächsten online-Beratung, zu Hause an. Mein Schwiegersohn erholte sich bald wieder.

Ein Garten zum Feiern, zum Philosophieren, zum Schreiben

Wir lieben es, Gäste zu haben und Partys zu feiern. Bei der gemeinsamen Geburtstagsparty von meiner Tochter und ihrem Partner tummelten sich neben dreißig Erwachsenen zehn Kleinkinder, alle unter drei Jahren alt, in unserem Garten. Zugegeben, ich hatte etwas Bauchweh, ob das gut geht. Es war ein grandioses Fest.

Unsere Laube ist auch ein idealer Ort, um mich mit meinen Schreibschwestern zu treffen. Das gemeinsame Schreiben ist, von der Co-Kreativität beflügelt, immer sehr erfüllend. Falls du Lust hast, mit uns zu schreiben, melde dich bei mir. Wir treffen uns einmal im Monat vormittags. (Das ist ein Geschenk der Selbstständigkeit, dass solche Dinge am Vormittag stattfinden können).

Auch für Frauen-Circles, jenseits vom Schreiben – Circles zum Plaudern, Philosophieren, Ideen spinnen – war unser Garten ein idealer Ort. Ich freu mich schon auf inspirierende Treffen im neuen Jahr.

Berge und Meer

Im Sommer mag ich nicht auf Urlaub fahren, da ist es zu Hause am schönsten. Außer in die Berge. Ich mag es, dass das spontan, je nach Wetterlage möglich ist. So machten wir bei Traumwetter Urlaub im Ötztal und bei der alljährlichen Familienwanderung waren vierzehn Erwachsene und vier Kinder mit auf der Hohen Mut. Mein Herz wird weit, wenn ich hoch oben stehe und die Dreitausender rundherum bewundere.

Von der unwirtlichen Natur in den Bergen kann ich nie genug bekommen. Genauso kann ich stundenlang aufs Meer schauen.

Der Spätherbst ist für mich immer die schwierigste Zeit. Der Natur beim Sterben zuzusehen drückt auf mein Gemüt. Aus diesem Grund wollte ich im November weg. Zwei Wochen lang verlängerten wir unseren Sommer auf Teneriffa. Ich dachte, wenn wir dann nach Hause kommen, ist bald Weihnachten und die schwierigste Zeit vorbei. Aber….

Von Ulli Anderwalds Adventkalender-Challenge inspiriert, beschloss ich, einen E-Mail-Adventkalender zu machen. „Mit Hilfe von KI geht das jetzt viel einfacher“ – war das Versprechen.

Nun gut. Die KI lieferte Ideen für Titel und warf eine Struktur aus. Nach tagelangem Hin- und Her, und nach dem zaghaften Zwischen-den-Zeilen-Feedback meiner Webdesignerin Astrid, warf ich alles übern Haufen und formulierte mein Eigenes. Titel, grobe Struktur und Landingpage standen vor dem Urlaub. Die Arbeit, die es mich danach noch gekostet hat, habe ich total überschätzt. Pro Türchen brauchte ich anfange knapp eine Stunde, später wurde ich schneller. Ich hätte so gerne eine Website dazu gemacht, wo die Texte der Adventkalender-Abonnentinnen Platz finden, bis heute bin ich noch nicht dazu gekommen.

Die Texte, die mir geschickt wurden und das Feedback einiger Teilnehmerinnen geben mir recht: Selbstliebe macht glücklich. Darüber habe ich 2024 schon einen Artikel geschrieben.

Mit sich selbst befreundet sein

Im Adventkalender sollte es darum gehen, einen freundlichen Umgang mit sich selbst zu üben, das war mir von Anfang an klar. Wer sich selbst liebt, bringt Frieden in die Welt.

Ich bin überzeugt davon, dass mit innerer Freundlichkeit das Leben leichter ist und wir dadurch angenehme Zeitgenossinnen sind. Glückliche Menschen sind wie Leuchttürme in dieser Welt.

Keine Sorge, wenn du den Adventkalender verpasst hast. Im online Workshop Geborgen in dir geht es vier Wochen lang genau um dieses Thema: Sich selbst die beste Freundin zu sein.

Wer mit sich selbst befreundet ist, löst sich nicht nur aus Abhängigkeiten, sondern zieht nährende, befruchtende Beziehungen an. Was gibt es Schöneres?

Ausblick 2026

Dank des Blogtoberfestes von Judith Peters habe ich wieder zu bloggen begonnen. Ich habe so viele Themen, über die ich schreiben will. Aber eins nach dem anderen. Ich will weiterhin gut auf meine Augen aufpassen und die Bildschirmarbeit so gering wie möglich halten.

Außerdem haben meine vier Enkelkinder große Priorität. Jetzt ist die Zeit des Beziehungsaufbaus, jetzt, solange sie noch klein sind. Sie sind mir sehr wichtig. Und ich habe noch einen Schrank voller Stoffe, die vernäht werden wollen.

Wie du 2026 mit mir zusammen arbeiten kannst:

Selbstliebe und Selbstmitgefühl

Selbstliebe und Selbstmitgefühl, dieses Thema begleitet mich schon lagen. Dazu habe ich den Online-Workshop Geboren in dir entwickelt. In einer geschlossenen, vertrauten Gruppe praktizieren wir Selbstmitgefühl, damit dies zur inneren Haltung wird. Sich selbst zu lieben hat nichts mit Narzissmus zu tun, ganz im Gegenteil. Wer in sich geborgen ist, strahlt Ruhe und Frieden aus.

Einzelberatung – Raum für deine Themen

Nach wie vor liebe ich es, im Einzelsetting zu arbeiten. Ob persönliche Unzufriedenheit, Probleme im Job oder in der Familie, unerfüllter Partnerwunsch oder Eifersucht, die Themen sind so vielfältig. Es passiert leicht, aus der Spur zu geraten. Meistens finden wir selbst wieder zurück – wenn nicht, ist es weise, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Blick von außen hilft, schnell wieder Klarheit zu bekommen.

Systemaufstellungen und Schreiben

Wie oben schon erwähnt, kombiniere ich Systemaufstellungen mit Schreiben.
Das Schreiben nach den Aufstellungen hilft, die gemachten Erfahrungen zu ordnen und zu vertiefen. Innere Bilder, Gefühle und Erkenntnisse können dadurch bewusster wahrgenommen, in Worte gefasst und in den persönlichen Entwicklungsprozess eingebunden werden.
Bevor du jetzt denkst: „Oh no, schreiben kann ich gar nicht“, lies in meinem Blog und deine Bedenken werden überflüssig. Oder komm und erlebe es. Du wirst begeistert sein.

Jede Teilnehmer:in bekommt so ein wunderschönes Heft von mir geschenkt.

Noch mehr Möglichkeiten

Alle weiteren Angebote findest du auf meiner Homepage. Du kannst dir jederzeit ein kostenloses Erstgespräch buchen, ich freu mich, dich kennenzulernen.

Mein (fast) wöchentlicher Newsletter bringt wertvolle Tipps und Denkanstöße, neue Angebote und Schreibimpulse direkt in dein Postfach. Trage dich hier ein und lass dich inspirieren.

Ich freu mich, wenn du mir einen Kommentar hinterläßt!

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