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Die schönsten Schreibrituale

Die schönsten Schreibrituale

Wege zu mehr Freude, Klarheit und Selbstverbundenheit

Ein Schreibritual ist eine Verabredung mit dir selbst, ein Raum, in dem du dir selbst begegnen kannst. Finde unter den schönsten Schreibritualen genau das, das zu dir passt.

Schreiben macht glücklich. Wer regelmäßig zu Stift und Papier greift, stärkt die Lebensfreude. Schreibend kannst du Visionen entwerfen und dich auf deine Ziele besser fokussieren. Du kannst dir selbst Beistand sein und deine Ressourcen aktivieren.

Schreiben ist eine hilfreiche Methode, die dich durch schwierige Zeiten leitet und mit der du aktiv auf deine Zukunftsgestaltung einwirken kannst.

In diesem Artikel stelle ich dir alltagstaugliche Schreibrituale vor. Finde, was zu dir, deiner Zeit und deinen Lebensumständen passt.

Die schönsten Schreibrituale

Schreibend sich selbst zu begegnen ist einer der schönsten Akte der Selbstfürsorge. Schreibrituale bringen uns zum Innehalten, trösten in schwierigen Zeiten, aktivieren Ressourcen und helfen uns, die Zukunft aktiv nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten.

In diesem Artikel stelle ich gängige Schreibrituale vor und erkläre deren Wirkung.

Der Text ist für alle Interessierte, die Schreiben als wertvolles Selbstcoaching-Instrument entdecken wollen.

Warum ein Schreibritual

Ein Ritual ist etwas, das immer wieder kehrt, auch wenn Dauer und Form unterschiedlich sein können. Es lädt zum Innehalten ein und unterbricht somit den Autopiloten.

Rituale bieten eine Struktur und Vorhersehbarkeit, was zur Beruhigung des Nervensystems beiträgt. Unser Gehirn weiß, was als Nächstes kommt, das gibt Sicherheit. Dadurch werden weniger Stresshormone wie Cortisol ausgeschüttet.

Bei einem Ritual geht es nicht darum, etwas „richtig“ zu machen, sondern darum, dass es zu dir passt und dir förderlich ist.

In meinem wöchentlichen Newsletter findest du neben wertvollen Inspirationen auch kreative Schreibanregungen.

Das Morgenritual – Schreiben, bevor die Welt spricht

Morgenseiten

Quelle: Julia Cameron

Das Schreiben am Morgen, am besten im Bett unmittelbar nach dem Aufwachen, noch bevor Handy, Nachrichten oder Gespräche beginnen, wirkt besonders tief. Das Gehirn befindet sich in einem Übergangszustand zwischen Traum und Wachheit, in dem intuitive Zugänge leichter erreichbar sind.

Dieses Ritual muss nicht lang sein, zehn Minuten reichen. Zwei Seiten ungefilterte Gedanken, ohne den Stift abzusetzen und ohne Korrektur befreien den Kopf für den Start in den Tag. Julia Cameron schreibt in ihrem Buch „Der Weg des Künstlers“, dass die Morgenseiten helfen, die feine, leise Stimme unseres wahren Selbsts zu hören.

„Die Morgenseiten bringen uns auf die andere Seite: Die andere Seite unserer Angst, unserer Negativität, unserer Launen … und wir lassen den inneren Zensor hinter uns.“

Julia Cameron

Willkommen Tag

Begrüße den Tag und erzähle ihm, worauf du dich freust. Schreib in der Gegenwart, oder so, als wäre es schon passiert, zum Beispiel: „Wie schön, dass ich heute so schnell und pünktlich zur Arbeit gekommen bin.“ „Die Gespräche beim Mittagessen sind heute richtig inspirierend“. „Heute macht mir sogar die Arbeit an der Buchhaltung Spaß“.

Durch unsere Erwartungen wirken wir auf unsere Zukunft ein, denn Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wir richten unseren Fokus mehr auf das, was wir haben wollen und ziehen somit positive Dinge an. Dieses Phänomen wird von positiven Psychologie und der transformativen Zukunftsforschung untersucht und bestätigt.

Du kannst diese Übung in deine Morgenseiten einfließen lassen.

Schreiben, um den Tag abzuschließen

Das Schreiben am Abend hilft, den Tag innerlich abzuschließen. Gedanken, die nicht zu Papier gebracht werden, kreisen oft weiter und stören den Schlaf.

Durchs Aufschreiben werden Emotionen reguliert, du hörst auf zu Grübeln und das Nervensystem darf sich beruhigen. Dein Schlaf wird besser und du träumst wahrscheinlich schöner.

Dankbarkeitstagebuch

Das Dankbarkeitstagebuch ist ein sehr kraftvolles Schreibritual. Indem du täglich große und kleine Dinge sammelst, für die du dankbar bist, programmierst du dein Unterbewusstes auf die positiven Dinge des Lebens.

Wirkung:

  • höhere Lebenszufriedenheit
  • besseren Schlaf
  • mehr Optimismus
  • stärkere Selbstwirksamkeit

Tages-Reflexion

Schreib einen Tagesrückblick, in dem du jeweils drei Dinge findest:

  • Was habe ich heute gut gemacht?
  • Was hat mich gefreut?
  • Was mag ich an mir?“

A line a day

Es gibt eigene Fünf-Jahres-Tagebücher, die pro Tag nur Platz für einen zentralen Gedanken bieten. Eine Erkenntnis, eine Frage, ein verdichteter Satz, der den Tag beschreibt. Die jeweiligen Kalendertage stehen untereinander, so dass du im Überblick siehst, was genau an diesem einen Tag im lauf der Jahre passiert. Die persönliche Entwicklung kann somit linear verfolgt werden.

Oder du bemerkst: „Hach, das war vor zwei Jahren auch schon Thema„, dann weißt du, dass du dich dem widmen darfst. Wenn du Unterstützung brauchst, buche dir gerne ein kostenloses Erstgespräch.

Schreiben als innere Umarmung

Viele von uns tragen eine strenge oder nörgelnde innere Stimme in sich. Schreiben kann helfen, diese Stimme zu verwandeln. In meinem Workbook „Mein innerer Kritiker und ich“ findest du viele Übungen, um diese Stimme zu zähmen.

Schreibend können wir uns selbst wie einer guten Freundin begegnen. Schreib einen Brief an dich, wenn du überfordert bist, dir einen Fehler nicht verzeihst oder Zweifel und Traurigkeit dich quälen.

Du wirst merken, dass dir dieses Schreibritual hilft, weniger selbstkritisch zu sein, und dass du emotional stabiler wirst und mehr innere Sicherheit findest. Denn Selbstmitgefühl stärkt deine Resilienz und steigert deine Motivation. Schreiben bietet einen geschützten Raum, um dir liebevoll Beistand zu leisten.

Sich an die eigenen Ressourcen erinnern

Im Alltag vergessen wir manchmal, was uns eigentlich gut täte. Ein regelmäßiges Ressourcen-Schreiben wirkt dem entgegen.

Dieses Ritual kann wöchentlich oder bei Bedarf genutzt werden:

  • Was hat mir diese Woche Kraft gegeben?
  • Welche Fähigkeiten habe ich eingesetzt?
  • Wo habe ich Verbundenheit gespürt?

Psychologisch basiert dieses Ritual auf Ressourcenaktivierung. Positive innere Bilder entstehen, der Glaube an die Selbstwirksamkeit wird gestärkt.

Rückblick – Vorschau

Monatsrückblick

Der Monatsrückblick kann auf die gleiche Weise, wie das Ressourcen-Schreiben gestaltet werden. Mögliche Fragen können sein:

  • Was ist gut gelaufen?
  • Worauf bin ich stolz?
  • Welche Herausforderungen habe ich bewerkstelligt?
  • Wo bin ich (über mich hinaus) gewachsen?
  • Was waren die besten Entscheidungen?
  • Was habe ich aus Fehlern gelernt?

To-Want-Liste

Die Wortkreation To-Want-List stammt von Judith Peters. To want klingt viel freundlicher als to-do.

Werden Wünsche und Pläne aufgeschrieben und laut vor Publikum verkündet, bekommen sie mehr Kraft und die Erreichung gelingt leichter.

Rückblick und Vorschau können wöchentlich, monatlich, quartalsweise oder zum Jahreswechsel geschrieben werden.

Die Freudebiografie – Positive Erinnerung aktivieren

Quelle: Verena Kast

In der Freudebiografie hältst du Rückschau auf freudvolle Lebensphasen. Beschreibe konkrete Situationen detailliert, mit allen Sinneseindrücken, Gefühlen und Begegnungen.

Durch das erneute Durchleben positiver Erinnerungen werden ähnliche neuronale Netzwerke aktiviert wie beim ursprünglichen Erlebnis. Die Freudebiografie eröffnet somit einen neuen, wertschätzenden Blick auf die eigene Lebensgeschichte. Ausführlicher habe ich darüber im Artikel Schreiben zur Persönlichkeitsentwicklung geschrieben.

Die Kraftliste – Ressourcen jederzeit verfügbar

Quelle: Lutz von Werder

Schreib eine Liste mit allem, was Kraft gibt und Freude bereitet: Menschen, Orte, Fähigkeiten, Erinnerungen.

Ergänze sie regelmäßig und lese sie immer wieder, besonders, wenn du nicht gut drauf bist.

Trage deine Liste mit dir, zum Beispiel in der Brieftasche oder als Foto am Handy, damit du sie in schwierigen Situationen parat hast. Schon das Lesen positiver Inhalte kann Stressreaktionen messbar senken und deine Stimmung augenblicklich heben.

Schreiben in Zeiten des Wandels

Lebensübergänge sind besondere Herausforderungen und von Ambivalenz geprägt. Schreiben hilft, diesen Zwischenraum auszuhalten, und bewusst zu gestalten, anstatt ihn vorschnell zu schließen.

Ein Übergangsritual kann sein:

  • Ein Brief an das, was zu Ende geht (eine Beziehung, ein Job, ein Wohnort ..)
  • Was lässt du in Dankbarkeit zurück?
  • Was nimmst du mit?
  • Fragen an das Neue, das noch unbekannt ist, mit all den Unsicherheiten und Ängsten.

Die Texte müssen weder „schön“ noch originell sein. Erlaube, dass alles aufs Papier fleißen darf, was in dir vorgeht und du wirst Erleichterung verspüren.

Die Natur als Schreibraum

Schreiben in der Natur, insbesondere im Wald, wirkt doppelt regulierend, das hat sogar die Wissenschaft herausgefunden: Der Aufenthalt im Wald senkt Stresshormone und fördert die emotionale Ausgeglichenheit.

In Verbindung mit Schreiben entsteht ein tiefer Resonanzraum. Bei den Waldpoesie-Wanderungen entstehen jedes Mal ganz besondere Texte.

Wie du dein eigenes Schreibritual findest

Wie oben erwähnt, helfen Rituale beim Innehalten. Die Regelmäßigkeit gibt Sicherheit. Mit einem Schreibritual baust du deine eigene Schreibroutine auf.

Es gibt kein „richtiges“ Ritual. Entscheidend ist, dass es zu deinem Leben passt.

Hilfreiche Fragen:

  • Wann habe ich realistisch Zeit?
  • Was brauche ich gerade: Klärung, Trost, Inspiration?
  • Soll mein Ritual eher stabil oder flexibel sein?

Ein Schreibritual darf sich verändern. Es darf Pausen haben. Es darf ganz deines sein.

Einladung

Wenn du neugierig geworden bist und die Heilkraft des Schreibens für dich nutzen möchtest:

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Mit einem Stift in der Hand hast du die Möglichkeit, dein Leben zu gestalten. Viel Freude damit! Veröffentliche gerne deine Texte in den Kommentaren oder erzähle, wie es dir mit den Übungen geht.

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